Über Generationen lebte Oberschlesien im Rhythmus seiner Kohlegruben und Hüttenwerke, und dieses Erbe ist heute eine der größten Attraktionen der Region. Schächte, Maschinenhäuser und unterirdische Strecken wurden zu Museen, Kunsträumen und Besucherrouten umgestaltet, auf denen Sie tief unter die Erde fahren, mit dem Boot durch einen Stollen (einen waagerechten Grubenbau) gleiten und sehen können, wie der Arbeitstag eines Bergmanns wirklich aussah. Bergwerke in Schlesien sind ein tolles Ausflugsziel mit Freunden, ein unvergesslicher Firmenausflug oder ein Tagesprogramm vor einer Party am Abend.
Wir haben die interessantesten Orte in Katowice und Umgebung ausgewählt – vom Schlesischen Museum bis zu den Stollen unter Zabrze und Tarnowskie Góry – und dazu praktische Tipps, wie Sie einen solchen Tag planen.
Katowice – Industrieerbe in der Stadt
Schlesisches Museum
Der beste Ort für den Start. Das Museum steht auf dem Gelände der ehemaligen Steinkohlengrube Katowice: Die roten Backsteingebäude und der Förderturm des Schachts blieben erhalten, während die neuen Ausstellungsräume unter der Erde versteckt wurden. Von der Terrasse oben auf dem Turm überblicken Sie die Kulturzone und die Skyline der Stadt, und die Ausstellungen helfen zu verstehen, wie die Industrie Oberschlesien geprägt hat.
Nikiszowiec und Giszowiec
Zwei Siedlungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts für die Arbeiter der Bergbaugesellschaft Giesche gebaut und von Emil und Georg Zillmann entworfen wurden. Nikiszowiec ist ein Viertel aus roten Backsteinblöcken mit Innenhöfen und der St.-Anna-Kirche, und eine Zweigstelle des Museums für Geschichte von Katowice befindet sich in der ehemaligen Wäscherei und Mangelstube. Giszowiec wurde als Gartenstadt angelegt, mit Häusern, die an traditionelle schlesische Bauernhäuser erinnern.
Galeria Szyb Wilson (Galerie Wilson-Schacht)
Eine Galerie für zeitgenössische Kunst nutzt die Gebäude des ehemaligen Wilson-Schachts, wenige hundert Meter von Nikiszowiec entfernt. Ein schönes Beispiel dafür, wie postindustrielle Innenräume ein zweites Leben bekommen können. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch das Ausstellungsprogramm.
Zabrze – unter die Erde und mit dem Boot durch einen Stollen
Zabytkowa Kopalnia Guido (Historisches Bergwerk Guido)
Hier fahren Sie in der szola ein – dem Förderkorb, der die Bergleute den Schacht hinunterbringt –, genau wie in aktiven Gruben. Routen auf den Sohlen in 170 und 320 Metern Tiefe zeigen, wie sich die Methoden des Kohleabbaus im Laufe der Jahre verändert haben, und einen Teil des Weges legen Sie mit einer Hängebahn zurück. Auf der 320-Meter-Sohle gibt es sogar eine unterirdische Kneipe. Alle Besuche finden mit Führung statt und müssen im Voraus gebucht werden.
Sztolnia Królowa Luiza (Königin-Luise-Stollen)
Dieser Ort, betrieben vom Steinkohlenbergbaumuseum in Zabrze, verbindet die ehemalige Grube Königin Luise mit dem Hauptschlüssel-Erbstollen (Główna Kluczowa Sztolnia Dziedziczna) – einem historischen unterirdischen Kanal, der das Wasser aus den Gruben ableitete. Das Highlight ist die unterirdische Wasserroute mit Bootsfahrt, und für Familien gibt es außerdem eine Fußroute mit einer Fahrt in einer Grubenbahn.
Szyb Maciej (Maciej-Schacht)
Im revitalisierten Schacht der ehemaligen Grube Concordia sehen Sie eine historische Fördermaschine und steigen auf eine Aussichtsplattform am Förderturm. Im Gebäude gibt es außerdem ein Restaurant, das sich gut für einen Mittagsstopp zwischen den anderen Stationen eignet.
Tarnowskie Góry (Tarnowitz) – Stollen auf der UNESCO-Liste
Zabytkowa Kopalnia Srebra (Historisches Silberbergwerk)
Das ehemalige Blei-, Silber- und Zinkbergwerk ist Teil einer UNESCO-Welterbestätte. Die Route folgt Strecken rund 40 Meter unter der Erde, und einen Teil davon legen Sie mit dem Boot zurück. Direkt nebenan befindet sich ein Freilichtmuseum für Dampfmaschinen, das Sie unbedingt in Ihren Plan aufnehmen sollten.
Sztolnia Czarnego Pstrąga (Stollen der Schwarzen Forelle)
Eine intime und herrlich stimmungsvolle Route: rund 600 Meter mit dem Boot durch einen Stollen, der seit mehr als zwei Jahrhunderten Wasser aus alten Grubenbauen ableitet. Auch er gehört zur UNESCO-Welterbestätte, und der Besuch selbst dauert etwa eine Stunde.
Weiter im Süden: die Grube Ignacy in Rybnik
Wenn Sie mehr Zeit haben, fahren Sie nach Rybnik. Im Historischen Bergwerk Ignacy (Zabytkowa Kopalnia Ignacy) sehen Sie die restaurierten Fördergerüste der Schächte Głowacki und Kościuszko, eine Dampffördermaschine, die bei Vorführungen in Bewegung gesetzt wird, und einen Aussichtsturm in einem ehemaligen Wasserturm. Der Besuch konzentriert sich vor allem auf die Gebäude über Tage, doch es gibt trotzdem jede Menge Technik zu entdecken.
Die Route der Technikdenkmäler und die Industriada
Die meisten hier beschriebenen Orte gehören zur Route der Technikdenkmäler (Szlak Zabytków Techniki) der Woiwodschaft Schlesien, die Dutzende Stätten verbindet, die mit der Industrie der Region zusammenhängen. Einmal im Jahr veranstaltet die Route ihr eigenes Festival, die Industriada, bei dem die Denkmäler außergewöhnlich viele Veranstaltungen anbieten. Eine tolle Gelegenheit, an einem einzigen Wochenende mehrere Orte zu sehen.
Bergwerke in Schlesien: praktische Tipps
- Warme Kleidung – unter der Erde ist es das ganze Jahr über kühl (im Silberbergwerk rund 10 °C), nehmen Sie also einen Pullover oder eine Jacke mit.
- Bequeme Schuhe – unterirdische Routen können feucht und uneben sein, flache Schuhe sind daher ein Muss.
- Reservierungen – Gruppen sollten ihre Führungen im Voraus buchen, und in der Grube Guido ist eine Buchung Pflicht.
- Alter und Gesundheit – für die Routen gelten Altersbeschränkungen, und Personen mit ernsten gesundheitlichen Problemen wird vom Einfahren in große Tiefen abgeraten; lesen Sie vorher die Besucherordnung.
- Tagesplanung – Guido und Königin Luise liegen etwa einen Kilometer voneinander entfernt, und der Maciej-Schacht befindet sich ebenfalls in Zabrze, sodass sich alle drei leicht an einem Tag verbinden lassen.
Beispieltag im postindustriellen Schlesien
- 9:30 – Einfahrt in die Grube Guido in Zabrze
- 12:30 – Mittagessen im Restaurant am Maciej-Schacht
- 14:30 – Bootsfahrt im Königin-Luise-Stollen
- 16:30 – zurück nach Katowice und ein Bummel durch die Kulturzone
- 20:00 – zwei Stunden in einer privaten Straßenbahn, danach die Bars in der Mariacka-Straße
Nach dem Sightseeing – eine Party in der Straßenbahn
Nach einem Tag unter der Erde ist es Zeit für einen Abend mit einer völlig anderen Stimmung. Eine private Straßenbahn mit professioneller Soundanlage und Clublicht fährt Ihre Gruppe zwei Stunden lang durch Katowice – die Route vereinbaren wir individuell, und die Fahrt endet meist im Zentrum, in der Nähe der Mariacka-Straße. Ein toller Abschluss für einen Firmenausflug oder ein Wochenende mit Freunden. Sehen Sie sich das Angebot TramParty Katowice und unsere Firmenevents in der Straßenbahn in Katowice an.
Häufig gestellte Fragen
Welches Bergwerk in Schlesien besucht man am besten mit einer Gruppe von Freunden?
Wenn Sie richtig tief hinunter möchten, wählen Sie die Grube Guido in Zabrze. Für ein sanfteres Abenteuer mit Bootsfahrt entscheiden Sie sich für den Königin-Luise-Stollen oder die Stollen von Tarnowskie Góry.
Was zieht man für eine Bergwerksführung an?
Ziehen Sie sich warm und bequem an: einen Pullover oder eine Jacke, lange Hosen und flache Schuhe, denen etwas Schlamm nichts ausmacht. Unter der Erde bleibt es das ganze Jahr über kühl, unabhängig vom Wetter an der Oberfläche.
Kann man in Katowice nach einem Tagesausflug eine Partytram für eine Gruppe buchen?
Ja. Datum, Startzeit und Route vereinbaren wir individuell, und eine Standardfahrt dauert zwei Stunden. Für kleinere Gruppen (bis 30 Personen) und größere (über 30) erstellen wir separate Angebote.
Buchen Sie Ihre private Tram Party
Lassen Sie den Abend nach einem Tag unter der Erde in einer privaten Straßenbahn mit Musik und Clublicht in Katowice ausklingen. Senden Sie uns eine Anfrage, und wir erstellen Ihnen ein Angebot.






